bunteFLINTA*
Feministisches Lexikon
Bropriating / Hepeating
Bropriating und Hepeating beschreiben ähnliche Phänomene, bei denen Männer Ideen oder Beiträge von Frauen übernehmen und dafür Anerkennung erhalten – während die ursprüngliche Urheberin übergangen oder ignoriert wird.
Bropriating ist eine Wortkombination aus „bro“ (umgangssprachlich für „Bruder“ bzw. Mann) und „appropriating“ (aneignen). Es beschreibt die Situation, in der ein Mann eine Idee, einen Vorschlag oder ein Argument einer Frau übernimmt, ohne sie zu benennen – und dafür gelobt oder ernst genommen wird.
Hepeating setzt sich aus „he“ (englisch für „er“) und „repeating“ („wiederholen“) zusammen. Gemeint ist: Eine Frau sagt etwas, das nicht beachtet wird – bis ein Mann es wiederholt und plötzlich Zustimmung erhält.
Beide Begriffe machen sichtbar, wie weibliche Beiträge in Gesprächen, Meetings oder Debatten systematisch weniger gehört und gewürdigt werden. Das zeigt sich besonders in beruflichen Kontexten, in der Politik oder Wissenschaft. Ein vergleichbares Phänomen in der Wissenschaft ist der Matilda-Effekt, bei dem weibliche Leistungen Männern zugeschrieben werden.
Bropriating und Hepeating sind Ausdruck struktureller Ungleichheit und Teil sexistischer Kommunikationsmuster, in denen männliche Stimmen als glaubwürdiger oder kompetenter wahrgenommen werden – unabhängig vom tatsächlichen Inhalt.